Grüß Gott im Ökumenischen Kurseelsorgezentrum "Emmaus". Die Diözese Passau und der Evangelisch-lutherische Dekanatsbezirk Passau haben eine Kirche gebaut, die beiden Kirchen gemeinsam gehört. Unser Ökumenisches Zentrum gilt in dieser Form als einmalig im deutschsprachigen Raum.

Westansicht

Der Name "Emmaus" erinnert an eine biblische Geschichte.(Lukas 24, 13-35)
Zwei Freunde Jesu gehen nach seinem Tod enttäuscht und hoffnungslos von Jerusalem zu dem kleinen Ort Emmaus. Ein Fremder gesellt sich zu den beiden und begleitet sie. Er öffnet ihnen die Augen für das was geschehen war und zeigt ihnen neue Perspektiven für ihr Leben. Da erkennen sie in dem unbekannten Begleiter den auferstandenen Christus.


Der gemeinsame Weg und der Bau der Kirche

Seit 1980 wird die Kurseelsorge in Bad Giesbach von hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Kirchen gemeinsam gestaltet. Ihre gute ökumenische Zusammenarbeit, das freundschaftliche Miteinander der beiden Pfarrer und die Möglichkeit, im Kurgebiet eine Kirche zu bauen, führten ganz wesentlich zur Entstehung des Ökumenischen Kurseelsorgezentrums.

Es wurde vom Bischöflichen Ordinariat und vom Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk Passau gemeinsam geplant, nach einer Bauzeit von 18 Monaten fertiggestellt und am 11.10. 1992 von dem katholischen Bischof der Diözese Passau, Dr. Franz-Xaver Eder und dem damaligen Landesbischof der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Dr. Johannes Hanselmann eingeweiht.


 Video Emmauskirche

Ostansicht

Architektonische Verwirklichung
Durch seine Lage am Eingang zum Kurgebiet setzt das Ökumenische Zentrum mit seiner Baumasse einen wichtigen städtebaulichen Akzent. Der im Grundriss halbrunde Bau des Kirchenraumes bildet einen Gegenschwung zum Rund des an das Grundstück angrenzenden Verkehrskreisels.

 

Rundgang mit Kapellen und Kreuzweg
Durch den Haupteingang und den Windfang führt die Hauptachse zum Altar, der im "Kreuzpunkt" des Raumes, vor der halbrund ausgewölbten und bemalten Apsis steht. In den Mittelpfeiler des Windfang-Bereichs wurde über dem Grundstein ein Kaskaden-Stein mit Wasserauffangbecken errichtet zur Erinnerung an das "Wasser des Lebens", an das Heilwasser eines Kurbades oder auch an das Weihwasser. In Querrichtung zur Hauptachse, in Kreuzform nach rechts und links liegen die beiden intim gestalteten Kapellen, vom Hauptraum durch verglaste Doppeltüren getrennt.

Die Vaterunser Kapelle
Die evangelische Seitenkapelle wird nach dem Vater-unser-Motiv benannt. Der Münchner Maler Hubert Distler hat das "Vater-unser-Gebet" an der Seitenwand in Graffito-Technik angebracht.
Glasfenster von Hubert Distler
Das Motiv des Kirchenfensters überzeugt in seiner Vieldeutigkeit: Im Bild vereinigen sich Gethsemane, Karfreitag und Ostern gleichermaßen.

Die Sakramentskapelle
Altar der Sakramentskapelle Der Bildhauer Leopold Hafner hat in der katholischen Seitenkapelle, auch Sakramentskapelle genannt, in leicht vergoldeter Bronze einen Sakramentsaltar gestaltet. In dieser Andachtskapelle befindet sich ein barockes Marien-Medaillon , sowie eine Bronzefigur des Heiligen Bruder Konrad v. Parzham. Der Geburtsort dieses Rottaler Heiligen liegt 2 km entfernt von der Emmauskirche. Dort ist noch sein Geburtshaus - ein altes Rottaler Bauernhaus - erhalten, - übrigens das einzige noch erhaltene Geburtshaus eines Heiligen in Deutschland.
Bronzefigur des Heiligen Bruder Konrad
Apsisbild mit den Seitenfenstern
In den Seitenfenstern der Apsis hat der Glaskünstler Florian Lechner aus Steinach die Farben der Apsis aufgenommen , damit das Altarbild mit seinen österlichen Farben in den Kirchenraum hineinwirkt.

Der Kreuzweg

Unter dem Motto "Seht den Menschen" hat Prof. Waldemar Otto acht Stationen des Kreuzwegs gestaltet, die den Platz zwischen den Säulen fanden. Der Künstler selbst sieht das Kreuz in der Welt meist versteckt in den "Zwischenräumen, zwischen den starken Typen".

>>> Diashow >>>

 

Orgel und Orgeldisposition


Glocken von Emmaus
Ausklang der gelebten Ökumene sind zwei übereinander hängende Glocken in einem offenen Glockenstuhl auf dem Kirchendach. Die kath. Glocke ist dem Lokalheiligen Bruder Konrad gewidmet, die evangelische Glocke dem Reformator Dr. Martin Luther. Beide Glocken, die von der Firma Perner in Passau gegossen wurden, läuten gemeinsam, als Ausdruck der versöhnten Verschiedenheit beider Konfessionen.
Ein Glockenspiel, bestehend aus 12 kleinen Glocken, ist in einer übergragenden Außenmauernische untergebracht. Es bringt auf das Kirchenjahr abgestimmte Lieder aus dem Gotteslob bzw. dem evangelischen Gesangbuch zu Gehör. Kurgäste, die vor dem ökumenischen Kurseelsorgezentrum stehen, werden so eingeladen, die Kirche als Ort der Besinnlichkeit aufzusuchen.

 Glockenspiel der Emmauskirche anhören